Baustellenführung zeigt, was sich in Kefenrod bereits bewegt | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Samstag, 12.09.2026

Baustellenführung zeigt, was sich in Kefenrod bereits bewegt

Welche Veränderungen die Landesgartenschau Oberhessen 2027 bereits heute in Kefenrod angestoßen hat, zeigte eine gemeinsame Baustellenführung am 12. September. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Steuerungsgruppe, Ortsbeirat, Verein und Bürgerschaft machten sich ein Bild von den laufenden und geplanten Projekten.

Teilgenommen haben unter anderem Henrike Strauch, Bürgermeisterin der Gemeinde Glauburg, Kefenrods Bürgermeister Markus Gerlach und Florian Herrmann, Geschäftsführer der Landesgartenschau Oberhessen. Von der Steuerungsgruppe Kefenrod waren Ralf Geyer und Manfred Sinner dabei. Auch Mitglieder des Ortsbeirats, des Vereins Lebendiges Kefenrod und interessierte Bürgerinnen und Bürger begleiteten den Rundgang.

Vom Backhaus bis zur Grünen Mitte

Der Rundgang begann am Backhaus. Bei der Begrüßung wurde auch die Diskussion um die Landesgartenschau angesprochen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass bereits vor dem eigentlichen Veranstaltungsjahr konkrete Vorteile für Kefenrod entstanden sind.

Zahlreiche Projekte konnten durch die mit der Landesgartenschau verbundenen Fördermöglichkeiten angestoßen oder finanziert werden. Dazu gehören unter anderem Verbesserungen bei Rad- und Wanderwegen sowie neue Aufenthalts- und Begegnungsorte.

Bürgermeister Markus Gerlach verwies auf die Bedeutung Kefenrods innerhalb der Region. Wer im Rahmen der Landesgartenschau Gedern oder Büdingen besuche, komme an Kefenrod nicht vorbei. Gleichzeitig habe sich auch innerhalb der Ortsteile einiges entwickelt. Genannt wurden beispielsweise die Bemalungen der Kunstleitpfosten, Holzblumen und Bepflanzungen in Bindsachsen sowie der Bouleplatz in Hitzkirchen.

„Die meiste Dynamik ist in Kefenrod entstanden. Das, was hier entstanden ist, kann sich sehen lassen“, so Gerlach.

Auch Manfred Sinner betonte, dass die Fördermittel dazu beigetragen hätten, Projekte umzusetzen, die unmittelbar der Bevölkerung zugutekommen. Ein zentraler Bestandteil der weiteren Entwicklung ist dabei die Grüne Mitte als Ort der Begegnung und des Aufenthalts und der Ausbau der Rad-und Wanderwege.

Das vor rund zwei Jahren renovierte Backhaus stand ebenfalls auf dem Programm. Dort hatte der Verein Lebendiges Kefenrod e.V. an diesem Tag Brot gebacken und verkauft. Gleichzeitig wurde auf das bevorstehende 650-jährige Jubiläum Kefenrods im Jahr 2027 hingewiesen.

Zwischen Backhaus und Rathausplatz ist außerdem eine Raum-für-Mobilität-Station, kurz RaMo, vorgesehen. Die Installation steht noch aus.

Neue Bäume für die Jahnstraße

An der Jahnstraße erläuterte Ralf Geyer die Situation der dort vorhandenen Rotdornbäume. Die rund 20 Jahre alten Bäume haben teilweise unter den zunehmenden Trockenperioden gelitten. Deshalb ist ein schrittweiser Austausch vorgesehen.

Für das kommende Jahr ist eine Neugestaltung mit einer Förderung von 90 Prozent geplant. Ziel ist es, klimaangepasste und langfristig zukunftsfähige Bäume auszuwählen.

Bei der Besichtigung des 2025 entstandenen Bouleplatzes wurde deutlich, dass die neue Fläche bereits von der Bevölkerung genutzt wird. Auch der vorhandene Brunnen gehört zum Ortsbild und wurde Anfang der 1990er-Jahre errichtet.

Henrike Strauch ermutigte die Verantwortlichen, die Möglichkeiten der Landesgartenschau zu nutzen: „Macht etwas in der Zeit der LGS und feiert das.“

Vom ehemaligen Schwimmbad zum heutigen Angelteich

Ein historischer Blick zurück führte zum ehemaligen Schwimmbad von Kefenrod. Die Anlage wurde zwischen 1933 und 1937 errichtet und mit Bachwasser versorgt. Bis 1967 wurde sie genutzt, bevor sie wegen zu hoher Renovierungskosten geschlossen wurde.

Heute befindet sich auf dem Gelände ein Angelteich. Das ehemalige Schwimmbadgelände ist inzwischen weitgehend zugewachsen und vermittelt den Eindruck eines „Lost Place“.

Neue Sport- und Freizeitangebote

Weiter ging es in Richtung Mehrzweckhalle. Dort ist in Zusammenarbeit von Landesgartenschau und TV 08 Kefenrod eine neue Sport- und Freizeitanlage entstanden, sowie eine Teqball-Anlage und eine Tischtennisplatte.

Weitere Baumpflanzungen sollen dafür sorgen, dass die Anlage künftig ausreichend Schatten bietet und damit auch bei sommerlichen Temperaturen attraktiv bleibt.

Grünes Klassenzimmer und Seemenbach

Ein weiterer Schwerpunkt des Rundgangs war das geplante Grüne Klassenzimmer am Seemenbach. Besichtigt wurden der vorgesehene Bereich sowie der Zugang zum Gewässer.

In diesem Zusammenhang wurde auch die Renaturierung des Seemenbachs thematisiert. Ein klassischer Spielplatz soll diese Stelle nicht darstellen. Vorbild für die Gestaltung war die Gemeinde Ortenberg.

Vom Bereich des Grünen Klassenzimmers aus war auch der neu gebaute Radweg zu sehen. Die Oberfläche des wassergebundenen Wegs benötigt nach Fertigstellung noch ausreichend Regen, damit sich die einzelnen Schichten verbinden und verfestigen können.

Durch die Maisernte hat die Strecke zwischenzeitlich teilweise gelitten. Nach Einschätzung von Ralf Geyer sollte sich der Zustand aber nach Regen- und Trockenphasen wieder verbessern. Eine Asphaltierung wäre an dieser Stelle nicht genehmigt worden und zudem deutlich kostenintensiver gewesen. Eine Verbindung zwischen Kefenrod und Hitzkirchen wurde jedoch asphaltiert.

Bestehende Grünflächen als wichtige Aufenthaltsorte

Besichtigt wurde auch der Abenteuerspielplatz, der zwischen 2001 und 2010 im Rahmen der Dorferneuerung entstanden ist. Heute ist die Fläche nicht nur zum Spielen, sondern insbesondere auch als schattiger Treffpunkt von Bedeutung.

Im Anschluss führte der Rundgang zu einem ehemaligen Spielplatzgelände, das seit mehreren Jahren ungenutzt ist. Die vorhandenen großen Bäume bieten wertvollen Schatten und sollen bei einer möglichen Neugestaltung erhalten und genutzt werden.

Wie groß der Unterschied zwischen begrünten und stark aufgeheizten Flächen sein kann, zeigen dort durchgeführte Messungen in diesem heißen und trockenen: Zwischen dem ehemaligen Spielplatzbereich und dem Rathausplatz wurde im Sommer ein Temperaturunterschied von rund 15 Grad Celsius festgestellt.

Idee für einen kleinen Kulturgarten am Rathausplatz

Für eine mögliche Umgestaltung der Fläche steht noch eine Entscheidung der Gemeinde aus. Fördermöglichkeiten könnten unter anderem über das Nationale Klimaschutzprogramm bestehen. Zum Abschluss wurde eine weitere Idee für Kefenrod vorgestellt: Ein kleiner Kulturgarten beziehungsweise schattiger Aufenthaltsbereich am Rathausplatz.

Der geplante Mini-Park könnte mit vergleichsweise geringem baulichem Aufwand einen zusätzlichen Aufenthaltsort schaffen. Ergänzend ist ein Bücherschrank vorgesehen, dessen Förderung über die Nachbarschaftshilfe möglich wäre. Auch bei diesem Projekt steht die Entscheidung der Gemeinde noch aus.

Landesgartenschau als Impuls für die Zukunft

Die Baustellenführung zeigte deutlich, dass die Landesgartenschau Oberhessen 2027 in Kefenrod bereits vor dem eigentlichen Veranstaltungsjahr konkrete Veränderungen angestoßen hat. Neue Radwege, Sport- und Freizeitangebote, Begrünungen und Aufenthaltsbereiche verändern das Ortsbild und schaffen neue Möglichkeiten für Begegnung und Freizeit.

Dabei geht es nicht allein um die Landesgartenschau Oberhessen im Jahr 2027. Die Projekte sollen langfristig bestehen bleiben und der Bevölkerung zugutekommen. Fördermittel eröffnen dabei Möglichkeiten, Maßnahmen umzusetzen, die ohne diese Unterstützung in dieser Form kaum oder erst deutlich später realisierbar wären.

Mit Blick auf das 650-jährige Jubiläum Kefenrods im kommenden Jahr steht damit nicht nur die Geschichte des Ortes im Mittelpunkt, sondern auch seine weitere Entwicklung.