Deutsche GigaNetz erhält Zuschlag für geförderten Glasfaserausbau in Kefenrod | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Mittwoch, 17.12.2025

Deutsche GigaNetz erhält Zuschlag für geförderten Glasfaserausbau in Kefenrod

Original Pressetext von Paulina Schick (Kreis-Anzeiger):

Bis 2030 will die Bundesregierung einen flächendeckenden Ausbau von Glasfasernetzen in Deutschland erreichen und eine schnelle digitale Infrastruktur auch in ländlichen Regionen sicherstellen. Dieses Ziel und der gesellschaftliche Umbruch, mit dem die Digitalisierung einhergeht, stellen gleichwohl auch Kommunen vor neue Aufgaben: Sie sind für die Internetversorgung mitverantwortlich, koordinieren den Ausbau in ihren Gebieten und sind in die Projekte mit eingebunden. „Das ist ein dickes Brett“, wie es Karl Wilhelm Siebert, Breitbandbeauftragter der Gemeinde Kefenrod, formuliert. Gerade in kleinen Gemeinden, in denen Haushalte teils in größerer Entfernung zueinander liegen, wird es schnell zur Herausforderung, ein flächendeckendes Netz zu errichten. So wären auch in Kefenrod einige Haushalte, die am eigenwirtschaftlichen Ausbau durch die Deutsche Giganetz teilnehmen wollten, letztlich ohne Anschluss geblieben.

Doch jetzt ist der sogenannte Lückenschluss beim Glasfaserausbau in trockenen Tüchern. „Die Gemeinde hat sich für die Bürger eingesetzt, die sich angemeldet hatten“, sagt Siebert und spricht von einem Meilenstein und einer guten Nachricht für die Menschen. Die Anschlüsse, die nicht im Zuge des laufenden eigenwirtschaftlichen Ausbaus verlegt werden können, werden durch Bund und Land bezuschusst. Den Förderbescheid hatte die Gemeinde im Frühjahr erhalten und anschließend die Ausschreibung gestartet. Jetzt wurde der Auftrag für den Lückenschluss an die Deutsche Giganetz übergeben. Gleichzeitig kündigt das Telekommunikationsunternehmen an, dass der eigenwirtschaftliche Ausbau im Frühjahr abgeschlossen sein soll.

Seit 2021 ist die Deutsche Giganetz in Kefenrod aktiv. Im Herbst 2022 hat das Unternehmen aus Hamburg mit dem Ausbau in der kleinsten Gemeinde des Landkreises begonnen – ebenso wie in Büdingen, Nidda, Gedern und Hirzenhain. Zwischenzeitlich kam es zu Verzögerungen, laut Siebert unter anderem wegen strenger gesetzlicher Auflagen beim Glasfaserausbau. Zudem habe es immer wieder Beschwerden der Bürger über den Straßenzustand gegeben, was Nacharbeiten notwendig machte. Die Insolvenz des Tiefbauunternehmens brachte das Projekt schließlich für eine Weile zum Stillstand. Seit dem Sommer sei nun eine neue Firma aktiv, die von der Deutschen Giganetz selbst gegründet wurde, erklärt der Breitbandbeauftragte und fügt gleichzeitig an, dass eigenwirtschaftliche Initiativen letztlich den Staat und somit die Bürger entlasten.

905 Adressen werden in Kefenrod direkt an das Glasfasernetz angeschlossen, das die Deutsche Giganetz in der Gemeinde errichtet. Derzeit seien alle Ortsteile bis auf Bindsachen voll erschlossen, erklärt Siebert. Auch die übergeordnete Backbone-Anbindung nach Büdingen sei fertig. Bis zum Ende des ersten Quartals 2026 sollen alle Haushalte am Netz sein. Dann können die Leute das Glasfaser nutzen, sagt Siebert, weist jedoch darauf hin, dass die Verlegung der Kabel im Haus sowie die Installation des Routers Sache der Kunden sei.

Was danach noch fehlt, ist der Lückenschluss. Ursprünglich sollten alle Haushalte, die einen Vertrag mit der Deutschen Giganetz abgeschlossen haben, Glasfaser erhalten. Durch Turbulenzen auf den Märkten und steigende Kosten sei dann jedoch klar geworden, dass einige dieser Adressen ohne Anschluss bleiben, erklärt Siebert.

Betroffen seien Aussiedlerhöfe, Gebäude in Randlagen und Häuser innerhalb der Ortslagen, bei denen eine Zuführung von 30 bis 50 Metern notwendig ist. Insgesamt handelt es sich um 26 Adresspunkte und 40 Wohneinheiten. Damit diese doch berücksichtigt werden, bewarb sich die Gemeinde um die „Gigabitförderung 2.0“. Im zweiten Anlauf kam schließlich die Zusage: Von den 500000 Euro Kosten für den Lückenschluss trägt der Bund 250000 Euro, das Land Hessen 200000 Euro und die Kommune einen Eigenanteil von 50000 Euro. Bei der Ausschreibung sei die Deutsche Giganetz der einzige Bewerber gewesen, berichtet Siebert. Das sei ohnehin am unkompliziertesten, weil das Unternehmen bereits vor Ort aktiv ist. Da das Glasfasernetz bereits bestehe, könnte der Lückenschluss seiner Einschätzung nach bis Ende 2026 abgeschlossen sein: „Dann haben wir das Ziel erreicht, das wir uns ursprünglich vorgenommen hatten.“