In der vergangenen Woche wurde in Gedern die außergewöhnliche Holzskulptur „anima mundi – die Weltenseele“ des Bildhauers Stephan Guber feierlich enthüllt. Auf Einladung des Stifters Herbert Weber waren neben seiner Familie zahlreiche Freunde und Weggefährten sowie Vertreter aus Politik und öffentlichem Leben gekommen, um diesen besonderen Moment gemeinsam zu erleben und die Entstehung des Kunstwerks zu feiern.
Aus dem mächtigen Stamm eines abgestorbenen Baumes ist in Gedern ein außergewöhnliches Kunstwerk entstanden. Der Bildhauer Stephan Guber aus Nidda hat im Sommer 2026 aus dem rund 3,50 Meter hohen und etwa 1,50 Meter durchmessenden Stamm die Skulptur „anima mundi – die Weltenseele“ geschaffen.
Ausgangspunkt für Guber war die Frage: „Was hier denn so lebt‘?“ Seine künstlerische Suche führte ihn von der mythologischen Gestalt der „weißen Frau“, die auch mit dem Gederner Schloss verbunden wird, über Frau Holle und Mutter Natur bis hin zu Sophia, Demeter und Persephone. Dahinter steht die Vorstellung einer weisen und lebendigen Seele der Natur, die Himmel und Erde verbindet – der anima mundi.
Die zentrale Figur der Skulptur wird von einer Blüte und einer sogenannten „Auren-Kronen-Haube“ geprägt. Zwei kleinere Gestalten stellen eine Verbindung zur Erde und zu den natürlichen Wachstumskräften her. Eine dreiblütige Rosenpflanze am Fuß der Skulptur greift das zentrale Motiv noch einmal auf.
Herbert Weber hat die Skulptur gestiftet, weil ihm Kunst im öffentlichen Raum besonders wichtig ist. „Kunst soll nicht nur in Museen und Galerien stattfinden. Sie soll den Menschen begegnen, zum Nachdenken anregen und Teil des öffentlichen Lebens sein“, sagt Weber.
Auch der Standort der Skulptur ist Teil ihrer Geschichte. Sie steht in unmittelbarer Nähe des Schlossparks und damit an einem Ort, der für das kulturelle Leben der Gederner eine besondere Bedeutung besitzt. Zugleich entsteht eine Verbindung zur Landesgartenschau Oberhessen 2027, bei der der Gederner Schlosspark eine besondere Rolle spielen wird.
Dass ausgerechnet ein abgestorbener Baum zum Ausgangspunkt der Skulptur wurde, verleiht dem Werk für Weber eine besondere Symbolik: „Der Baum musste sterben, aber seine Geschichte ist nicht zu Ende. Stephan Guber hat aus diesem Stück Natur etwas Neues geschaffen, das nun viele Menschen sehen und erleben können.“
Bei der Enthüllung erläuterte Stephan Guber persönlich die Entstehung seines Werkes und die Gedanken hinter der Skulptur. Im Anschluss bot die Veranstaltung Gelegenheit zum persönlichen Austausch und gemeinsamen Anstoßen.
Mit „anima mundi – die Weltenseele“ bereichert damit ein neues Kunstwerk den öffentlichen Gederner Raum. Es steht für Vergänglichkeit und Erneuerung, für die Verbindung von Natur und Mensch – und für die Idee, dass aus dem Ende von etwas immer auch etwas Neues entstehen kann.
Stephan Guber hat aus dem abgestorbenen Baum etwas Neues geschaffen, das nun viele Menschen sehen und erleben können.
Künstler Stephan Guber (l.) und Stifter Herbert Weber vor der 3,50 Meter hohen Skulptur.
Auf Einladung des Stifters Herbert Weber waren neben seiner Familie zahlreiche Freunde und Weggefährten sowie Vertreter aus Politik und öffentlichem Leben gekommen, um diesen besonderen Moment gemeinsam zu erleben.
Fotos: LGS/Schubert